Wann ist eine Stehhilfe ergonomisch?

Für zahlreiche Berufstätige über viele Branchen hinweg ist ein unangenehmes Thema oft oder sogar ständig präsent: Rückenschmerzen. Sie entstehen meist durch Überlastung oder einseitige Belastung des Rückens. Die Ursachen dafür liegen in langem Sitzen oder Stehen und in Bewegungsmangel, wie es häufig am Arbeitsplatz vorkommt, wenn die Aufgaben nicht mit Bewegung oder Haltungswechseln verbunden sind. Dabei ist es leicht, für Abwechslung und Entlastung zu sorgen. Eine ergonomische Stehhilfe ist eine Wohltat für den Rücken. Durch sie können Bandscheiben und Muskeln Entspannung finden, Schmerzen reduziert und damit die Leistungsfähigkeit und Gesundheit des Nutzers erhalten werden. Welche Eigenschaften eine gute Stehhilfe mitbringen muss, zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag.


Warum eine Stehhilfe den Rücken gesund erhält



Wer regelmäßig über einen längeren Zeitraum hinweg durchgehend steht oder sitzt, sollte die Anschaffung einer Stehhilfe in Betracht ziehen. Denn der Mangel an Bewegung zieht nicht selten dauerhafte Schäden an Wirbelsäule, Gelenken und Muskeln nach sich. Die Folgen sind vielfältig:

  • Wer länger als 42 Stunden die Woche sitzt, steigert sein Risiko einer psychischen Erkrankung um 31 Prozent.
  • Wer länger als vier Stunden am Stück sitzt, erhöht das Risiko von Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen um 14 Prozent.
  • Andauerndes Sitzen führt bereits nach acht Monaten zu einer Gewichtszunahme um durchschnittlich 7,5 kg.
  • Sport ist nach einem ganzen Tag des Sitzens kein Ausgleich, der die Risiken mindert.
  • Langes Sitzen erhöht auch das Diabetesrisiko und begünstigt Muskelschund, Arthrose und Osteoporose.
  • Langes Stehen führt zu schweren Beinen, Venenproblemen und Kreislaufschwächen.
  • Wer viel steht, mutet Muskeln und Gelenken Höchstleistungen ab, die mit Verspannungen und Abnutzung quittiert werden.

All das schlägt sich natürlich auf das Wohlbefinden nieder. Die Motivation sinkt, die Arbeit verliert ihre Qualität und schlussendlich führt der Bewegungsmangel zu Arbeitsunfähigkeit. Das beeinträchtigt sowohl den Mitarbeiter als auch den Arbeitgeber. Die Anschaffung einer Stehhilfe kommt also beiden zu Gute. Denn eine Stehhilfe sorgt für Abwechslung in den Bewegungsmustern des Arbeitsalltages. Wechseln Sie regelmäßig vom Arbeitsstuhl zur Stehhilfe oder vom freien Stehen zur Arbeit auf der Stehhilfe, sorgen Sie für Dynamik. Das Dynamische Sitzen oder Stehen

  • vermeidet starre Haltungen und einseitige Belastungen,
  • bringt Bewegung in den Arbeitsalltag,
  • belastet den Stütz- und Bewegungsapparat gleichmäßig,
  • sorgt für eine ununterbrochene Nährstoffversorgung der Bandscheiben,
  • bringt Schwung in Kreislauf und Durchblutung.


Eine bedachte Wahl der Sitzmöbel und eine abwechslungsreiche Arbeitsgestaltung steigert das Wohlbefinden deutlich. Darum raten Rückenexperten dazu, regelmäßig die Sitzposition zu ändern oder bei andauernder Steharbeit den Bewegungsapparat zu entlasten. Mit einer Stehhilfe am Arbeitsplatz ist diese nötige Abwechslung gegeben. Ideal ist eine Mischung aus 40 Minuten sitzen, 15 Minuten stehen und 5 Minuten laufen.


Die wichtigsten Eigenschaften einer ergonomischen Stehhilfe



Stehhilfe ist nicht gleich Stehhilfe. Ebenso wie beim Arbeitsstuhl ist es für die positive Auswirkung der Stehhilfe auf den Arbeitsalltag wichtig, dass sie mit ergonomischen Funktionen und Merkmalen ausgestattet ist. Welche Ausstattungsmerkmale unbedingt nötig sind, hängt vor allem von der Tätigkeit ab, die mit der Stehhilfe ausgeübt werden soll.
Für jede Stehhilfe gilt allerdings, dass sie einen festen und rutschsicheren Stand haben muss, denn auf ihr wird nicht gesessen. Der Nutzer lehnt sich vielmehr an und belastet die Stehhilfe mit etwa 60 Prozent seines Körpergewichtes. Ist die Stehhilfe nicht stabil und rutschfest, kann sie dabei schnell nach hinten wegrutschen. Die Folge sind ebenfalls Schmerzen, nicht aufgrund einer falschen Haltung, sondern aufgrund eines Sturzes. Ein unglücklicher Verlauf eines solchen Unfalls kann ernsthafte Folgen nach sich ziehen. Wie bei jedem Arbeitsmittel gilt deshalb auch für die Stehhilfe: Sicherheit ist das oberste Gebot. Damit verbunden ist natürlich auch die generelle Belastbarkeit der Konstruktion. Die Stehhilfe sollte dazu ausgelegt sein, nicht nur 60 Prozent des Körpergewichts zu tragen. Denn Belastungswechsel der Beine oder auch mal ein Strecken der Beine gegen den Widerstand der Stehhilfe sind Bewegungsformen, die das Arbeitsmittel mit dem gesamten Körpergewicht oder darüber hinaus belasten können.
Damit die Stehhilfe flexibel einsetzbar und von jedem benutzt werden kann, ist eine Höhenverstellung unverzichtbar. Sie muss einfach zu bedienen und leichtgängig sein, damit das Anpassen der Höhe nicht zum Hindernis wird, die Stehhilfe korrekt zu benutzen. Ist es schwierig, die richtige Höhe einzustellen, neigt der Nutzer dazu, die voreingestellte Höhe zu belassen, wenn sie ungefähr zur Körpergröße passt. Allerdings muss die Stehhilfe genau passend eingestellt sein, damit sie ihre ergonomischen Funktionen entfalten und eine Entlastung sein kann.
Jede Stehhilfe sollte über einen angenehmen Sitz verfügen. Er darf nicht zu glatt sein. Am besten verfügt er über eine gute Polsterung. Um die Blutzirkulation in den Beinen beim Nutzen der Stehhilfe nicht zu stören, ist eine abgerundete Vorderkante des Sitzes nötig. Ideal nutzbar ist die Stehhilfe mit einem neigbaren Sitz. So kann er auf die jeweilige Körperform eingestellt werden. Ist der neigbare Sitz nicht festgestellt, sondern beweglich, fördert dieses Merkmal die Dynamik beim Sitzstehen. In dieser Variante muss der Sitz besonders rutschfest sein, sodass Unfälle vermieden werden können.


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Stehhilfen für genügend Abwechslung



Stehhilfen entlasten den Körper enorm. Besonders bei Tätigkeiten, die langes Stehen erfordern ist sie eine Wohltat für den Rücken und den Kreislauf. Aber auch wer lange sitzt, profitiert von der Nutzung einer Stehhilfe, um Abwechslung in die Bewegungsabläufe des Arbeitsalltages zu bringen. Die wichtigste Eigenschaft einer Stehhilfe ist die Bequemlichkeit. Die Stehhilfe ist nur dann eine Entlastung, wenn sie benutzt wird. Ist sie umständlich zu bedienen oder unbequem, wird sie ihrer Funktion, die Gesundheit des Mitarbeiters zu erhalten, nicht nachkommen können. Deshalb ist es empfehlenswert eine gut ausgestattete Stehhilfe nicht einfach zu kaufen. Die Mitarbeiter, die sie nutzen werden, sollten ebenfalls in die Entscheidung einbezogen werden. Ein Probesitzen bringt vor dem Kauf Klarheit, ob die Stehhilfe eine gute Investition ist. Ist die Entscheidung für eine Stehhilfe gefallen, muss außerdem der Arbeitsplatz auf ihre Nutzung eingestellt werden. Höhenverstellbare Tische und genügend Bewegungs- und Beinfreiheit sollte gegeben sein. Was Sie in der Planung berücksichtigen sollen, lesen Sie in unserem Beitrag über die Planung von Steharbeitsplätzen.

Dauerhaftes Sitzen oder Stehen ist schädlich für die Gesundheit und sorgt für Beschwerden oder sogar Arbeitsausfälle. Das ist unangenehm für den Mitarbeiter aber auch für das Unternehmen.

Besser ist eine Mischung aus Sitzen und Stehen, um dynamische Bewegung zu begünstigen und starre Haltungen zu vermeiden. Damit Ihre Mitarbeiter leistungsfähig und gesund bleiben, empfehlen wir den Einsatz von Stehhilfen. Wir unterstützen Sie gern dabei, Ihre Arbeitsplätze mitarbeiterfreundlich und ergonomisch zu gestalten. Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie uns!


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