Den Montagearbeitsplatz gesund und effizient gestalten – Was dabei zu bedenken ist

Der Montagearbeitsplatz ist geprägt von zahlreichen Risiken. Jedes einzelne kann zu einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit und im Vorfeld zu Demotivation, Ungenauigkeit und Unwohlsein führen. Schlechte Körperhaltung, ungünstige Arbeitsbedingungen, Zeitdruck und Monotonie prägen noch immer zu häufig die Arbeit in der Fertigung. Eine gesunde und effiziente Arbeitsplatzgestaltung verbessert nicht nur die Leistungsfähigkeit des Mitarbeiters, sondern auch sein Wohlbefinden und die Qualität der Produkte. In diesem Beitrag finden Sie wertvolle Hinweise, worauf dabei zu achten ist.

Die Herausforderungen des Montagearbeitsplatzes



Am Montagearbeitsplatz ist der Mitarbeiter Belastungen ausgesetzt, die kaum mit anderen Tätigkeiten verglichen werden können. Deshalb benötigt dieser Arbeitsplatz bei der ergonomischen Gestaltung besondere Aufmerksamkeit. Montagetätigkeiten sind mit einem besonders hohen Risiko der Arbeitsunfähigkeit belastet, denn sie stellen den Mitarbeiter sowohl physisch als auch psychisch vor große Herausforderungen. Haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, mit diesen Herausforderungen richtig umzugehen, bleiben sie langfristig gesund und sind motiviert. Diese Möglichkeit bietet ein ergonomischer Montagearbeitsplatz, der auf die Anforderungen des Menschen an seine Arbeitsumgebung abgestimmt ist.

Der ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung in der Montage geht ein wichtiger Schritt voraus. Betrachten Sie zunächst die spezifischen Belastungen, denen Montagemitarbeiter am Arbeitsplatz ausgesetzt sind. Oft werden Fertigungsmitarbeiter durch

  • ungünstige Körperhaltungen,
  • schlechte Umgebungsbedingungen,
  • Zeitdruck und/oder
  • monotone Bewegungsabläufe
belastet. Neben Erschöpfung und Müdigkeit sind auch Schmerzen in Muskeln und Skelett die Folge.

Wie Sie einen Produktionsarbeitsplatz ergonomisch einrichten, lesen Sie im Magazin. Der Montagearbeitsplatz benötigt neben anderen Produktionsarbeitsplätzen besondere Aufmerksamkeit. Es lohnt sich zu Beginn der Planung den gegenwärtigen Zustand in Hinblick auf den Montagearbeitsplatz genau zu überprüfen. Genügen die allgemeinen Maßnahmen zum Einrichten eines ergonomischen Arbeitsplatzes oder sollte hier nachgebessert werden? Steht der Mitarbeiter über eine längere Zeit oder muss sich häufig in ungünstige Körperhaltungen begeben? Dann sollten Arbeitsabläufe und Strukturen verändert werden. Auch das Zeitmanagement ist zu überdenken, wenn Termine nur knapp eingehalten werden können.

Schaffen Sie Rahmenbedingungen, die angenehmes Arbeiten ermöglichen. Denn ein ergonomischer Arbeitsplatz stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Nicht nur die Umgebung, sondern auch die Arbeit selbst passt sich ihm an. Dezimieren Sie den Zeitdruck, gestalten Sie den Arbeitstag abwechslungsreich und ohne Monotonie. Auf welche Punkte Sie schließlich bei der Einrichtung des gesunden Montagearbeitsplatzes genau achten sollten, zeigt Ihnen die folgende Übersicht.


Ergonomie am Montagearbeitsplatz - Für mehr Wohlbefinden und Effizienz



Die ergonomische Arbeitsplatzgestaltung macht besonders in der Montage nicht Halt vor einer bequemen Sitzgelegenheit und einem höhenverstellbaren Tisch. Auch die Umgebungsfaktoren spielen eine große Rolle, um die Montage angenehm und menschenfreundlich zu gestalten.


Die Arbeitshaltung

Wollen Sie einen Montagearbeitsplatz gesunderhaltend gestalten, betrachten Sie zunächst die Haltung, in der die Mitarbeiter fertigen. Stehen sie die meiste Zeit des Tages ohne Pause, ist hier eine Umstrukturierung nötig. Denn reine Steharbeit ist auf Dauer eine große Belastung für den Körper. Ihm werden dabei Höchstleistungen abverlangt. Diese Energie sollte in die Fertigung des Produkts fließen und nicht in die Anstrengung, den Körper im Gleichgewicht zu halten.

Die ideale Arbeitshaltung gibt es jedoch nicht. Die Mischung ist entscheidend, denn der Körper ist darauf ausgelegt, häufig die Haltung zu wechseln. Kann die Arbeit auch im Sitzen erledigt werden, ist die ideale Lösung, dass der Mitarbeiter zwischen Stehen und Sitzen wechseln kann. Muss die Arbeit im Stehen verrichtet werden, ist es sinnvoll, die Aufgaben des Mitarbeiters zu überdenken. Ist es möglich, ihm neben der Steharbeit eine Aufgabe im Sitzen zuzuteilen, sodass er im Laufe des Arbeitstages die Positionen wechseln kann? Können sich Mitarbeiter an diesen Arbeitsplätzen abwechseln, damit jede Fertigungsstation durchgehend besetzt ist und trotzdem gesunderhaltend gearbeitet werden kann?

Lassen Sie außerdem nicht außer Acht, wie und woher der Mitarbeiter Materialien und Werkzeuge bezieht und wie er seinen Fertigungsschritt beendet. Muss er in gebückte Haltungen gehen, schwer oder in ungünstigen Positionen heben, gibt es auch hier Handlungsbedarf. Die Regale sollten so bestückt sein, dass häufig verwendete Materialien möglichst aufrechtstehend auf der Höhe zwischen Brust und Hüfte aufgehoben werden können.


Der Arbeitsplatz

Der Montagearbeitsplatz ist der Ort, an dem sich der Mitarbeiter dauerhaft aufhält und seine Arbeit erledigt. Hier muss alles auf ihn abgestimmt sein. Ein wichtiger Aspekt der ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung ist die Arbeitshöhe. Jeder Mensch ist anders und das trifft natürlich auch auf die Körpergröße zu. Ein Mitarbeiter mit einer Körpergröße von 1,75 m kann nicht beschwerdefrei an einem Tisch arbeiten, der ideal für einen Menschen mit 1,65 m Körpergröße eingestellt ist. Die Arbeitshöhe wäre zu niedrig und er könnte keine aufrechte Position einnehmen. Deshalb gehören höhenverstellbare Tische und Sitzgelegenheiten zur Grundausstattung eines ergonomischen Arbeitsplatzes.

Höhenverstellbare Arbeitsflächen sind besonders in der Montage ein unverzichtbares Arbeitsmittel. Die Höhe der Arbeitsfläche muss hier nicht der Arbeitshöhe entsprechen. Sind große oder hohe Produkte zu fertigen, kann der Mitarbeiter die Arbeitshöhe nach unten korrigieren. Denn Arbeiten über der Herzhöhe (nur etwa 40 cm über der Arbeitsfläche) führen schnell zu Ermüdung. Hat er feinmechanische Aufgaben, stellt er die Arbeitsfläche hoch, um den Sehabstand anzupassen, sodass die Augen nicht zu stark beansprucht werden.

Für die Ergonomie am Montagearbeitsplatz ist der Greifraum ein wichtiges Thema. Monteure greifen mehrmals in der Stunde über die Arbeitsfläche, um Werkzeuge oder Materialien in den Arbeitsbereich zu holen. Führen sie diese Bewegung wiederholt falsch aus, können Beschwerden entstehen. Schädliche Bewegungsmuster des Oberkörpers, der Schultern, Arme und des Kopfes gehen meist auf einen nachteilig geordneten Greifraum zurück. Alle Materialien und Werkzeuge sollten leicht zu erreichen sein. Vorbeugen, Drehen von Rumpf und Schultern, mit gestreckten oder verdrehten Armen greifen oder das Anheben der Arme über Herzhöhe sollten vermieden werden. Behälter, Materialien und Werkzeuge ordnet der Mitarbeiter darum auf Arbeitshöhe und im direkten Greifradius an. Dinge, die besonders häufig benutzt werden, liegen möglichst im direkten Sichtbereich. Dafür benötigt der Mitarbeiter eine großzügige Arbeitsfläche, sodass er alle nötigen Materialien passend anordnen kann. Das steigert nicht nur das Wohlbefinden des Mitarbeiters, sondern auch die Effizienz und Qualität seiner Arbeit.

Da Montagearbeitsplätze häufig von mehreren Mitarbeitern genutzt werden, verwenden auch verschiedene Mitarbeiter dieselben Arbeitsmittel. Achten Sie deshalb darauf, dass Tische, Sitzgelegenheiten und Greifräume unproblematisch und schnell angepasst werden können.


Ergonomie am Montagearbeitsplatz


Das Arbeitsumfeld

Entscheidend für angenehme Arbeitsbedingungen ist nicht nur die Ausstattung des Arbeitsplatzes. Auch die Umweltfaktoren sind relevant für das Wohlbefinden und eine menschengerechte Arbeit.

  • Die Raumtemperatur,
  • die Luftfeuchtigkeit und
  • der Geräuschpegel
können für unangenehme Beschwerden verantwortlich sein. Kopfschmerzen, Verspannungen oder Augen- und Ohrenprobleme können die Folge eines schlechten Raumklimas oder von Lärm sein.

Vor allem der Montagearbeitsplatz ist gefährdet durch Lärm. Maschinen und Fertigungsgeräusche können einen unangenehmen Pegel erreichen, der krank und Arbeitsunfähigkeit machen kann. Sind Ihre Mitarbeiter über längere Zeit großem Lärm ausgesetzt, muss etwas geändert werden. Gehörschutz, Modernisierung des Maschinenparks oder eine verbesserte Geräuschdämmung sind mögliche Maßnahmen. Denn wer nicht durch Lärm belastet ist, kann sich gut konzentrieren und hat ein niedrigeres Stress-Level.

Oft findet die Montage in großen Räumen oder sogar Hallen statt. Auf einer Fläche dieser Größe eine gleichbleibende Temperatur zu halten, ist nicht immer möglich. Dennoch sollten Sie darauf achten, dass die Temperatur im Sommer nicht über 21 °C steigt und im Winter nicht unter 18 °C fällt. Innerhalb dieser Temperaturspanne ist es möglich, effizient zu arbeiten ohne unter Kälte oder Hitze zu leiden. An Montagearbeitsplätzen ist die ideale Temperatur niedriger als in anderen Tätigkeitsbereichen. Montage wird oft im Stehen und immer mit Bewegungen zum Greifen und Montieren verrichtet. Dabei erwärmt sich der Körper. Höhere Temperaturen können deshalb schnell unangenehm werden.

Je schwerer die Arbeit und je mehr Personen sich in einem Raum aufhalten, desto wichtiger ist ein ausreichender Luftwechsel im Raum. So kann für eine angenehme Luftfeuchtigkeit gesorgt werden. Denn sowohl zu trockene, als auch zu feuchte Luft schadet auf Dauer dem Körper. Zugluft ist jedoch in jedem Fall zu vermeiden, denn sie sorgt für schmerzhafte Muskelverspannungen, die sogar zu Arbeitsunfähigkeit führen können. Die optimale Luftfeuchte liegt bei etwa 50 %.

Ein besonderes Augenmerk liegt beim Montagearbeitsplatz auf der Beleuchtung. Denn zu einer hochwertigen Montage gehört optimales Licht. Gute Lichtverhältnisse vermeiden vorzeitiges Ermüden. Der Mitarbeiter kann sich besser konzentrieren und ihm unterlaufen weniger Fehler. Bei kleinteiligen Montagen wie in der Feinmechanik ist helles Licht notwendig. Blenden darf es jedoch nicht. Bei groben Arbeiten ist zu helles Licht sogar hinderlich, denn durch die großflächigere Fokussierung des Auges fällt mehr Licht auf die Netzhaut. Ist das Licht zu hell, ist das Auge schnell überanstrengt. Das optimale Licht erreichen Sie mit einer guten Lichtgestaltung der Hauptlampen oder mit zusätzlichen Lichtquellen direkt am Arbeitsplatz.


Maschinen und Werkzeuge

Die Bedienung von Maschinen und Werkzeugen ist ein wichtiger Teil der Ergonomie am Montagearbeitsplatz. Jedem Mitarbeiter muss es möglich sein, Arbeitsmittel auf angenehme Art zu verwenden. Jedes Werkzeug sollte ergonomischen Gesichtspunkten entsprechen. Das bedeutet, es

  • ist einfach anzuwenden,
  • liegt gut in der Hand,
  • besitzt eine angenehme und rutschfeste Griffmöglichkeit,
  • ist sowohl mit der rechten als auch mit der linken Hand bedienbar.
Sind diese Kriterien erfüllt, vermeiden Sie Ermüdungserscheinungen Ihrer Mitarbeiter. Angestrengte und schmerzende Hände sollten keine Symptome sein, die bei der täglichen Arbeit auftreten. Mit ergonomischen Werkzeugen ermüden Sehen und Gelenke langsamer und bleiben länger leistungsfähig.
Für Maschinen gelten ähnliche Bedingungen. Achten Sie zusätzlich darauf, in welcher Haltung der Mitarbeiter die Maschine bedient. Ist die Aufgabe and er Maschine im Stehen zu verrichten, stellen Sie Stehhilfen bereit, um die Arbeit zu erleichtern. Ideal sind höhenverstellbare Bedienelemente der Maschinen, um die Arbeitshöhe dem Mitarbeiter anzupassen. Ist dies nicht möglich, sind höhenverstellbare Hochstühle an Maschinenarbeitsplätzen eine gute Alternative, um die Arbeitshöhen von Mitarbeiter und Maschine anzugleichen.

Die Benutzerfreundlichkeit von Werkzeugen und Maschinen dürfen Sie ebenso nicht außer Acht lassen. Leichte Bedienbarkeit führt zu hochwertigen Arbeitsergebnissen, denn wer sich auf seine Arbeitsmittel verlassen kann, konzentriert sich auf die Arbeit selbst. Schwierige Bedienelemente oder schwergängige Werkzeuge lenken vom Wesentlichen ab und können sogar für Frust sorgen, der sich auf das Wohlbefinden des Mitarbeiters negativ auswirkt.


Ideale Bedingungen für beste Arbeitsergebnisse



An Montagearbeitsplätzen werden die Produkte Ihres Unternehmens gefertigt. Dort wird die Qualität dieser Produkte wesentlich beeinflusst. Zufriedene und ausgeglichene Mitarbeiter sind in der Lage, aus ihrem Können das beste herauszuholen und sehr gute Qualität zu liefern. Neben einem angenehmen Betriebsklima und einer gerechten Entlohnung sind die Arbeitsbedingungen ein wesentlicher Einflussfaktor für die Qualität der Arbeit.

Hochwertige Produkte entstehen durch motivierte und konzentrierte Mitarbeiter. Stellen Sie darum besonders am Montagearbeitsplatz sicher, dass Ihre Beschäftigten sich den ganzen Arbeitstag über wohlfühlen und keine Beeinträchtigungen durch die Arbeit mit nach Hause nehmen. Mit der Einrichtung ergonomischer Montagearbeitsplätze reduzieren Sie die Gefahr von Frustration und Beschwerden am Arbeitsplatz, denn ist der Arbeitsplatz auf den Mitarbeiter abgestimmt, geht ihm die Arbeit viel leichter von der Hand.

Angenehmes und effizientes Arbeiten in der Montage ist ein Wettbewerbsorteil! Wir unterstützen Sie gern dabei, Ihre Arbeitsplätze mitarbeiterfreundlich und ergonomisch zu gestalten. Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie uns!


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