Wie plane ich einen Reinraum effizient?

Ein Reinraum ist laut Definition ein Raum, in dem die Konzentration luftgetragener Teilchen, Partikel oder Keime sehr gering gehalten wird. Der Reinraum muss demnach so konzipiert werden, dass die Anzahl der Teilchen, die in den Raum gelangen können bzw. die dort entstehen, so gering wie möglich ist. Deshalb herrschen im Reinraum ständig stabile Temperatur-, Luftfeuchtigkeits- und Druckbedingungen.

Wie entsteht ein Reinraum?

Ein Reinraum sollte gut geplant werden und im Vorfeld der Planung - beim Entscheidungsprozess - die Raumgröße genau abgewogen werden. Denn der Reinraum verursacht für den Anwender hohe Kosten. Beginnend mit der Planung und vor allem später beim Betrieb. Darum empfiehlt es sich überflüssige Investitionen zu vermeiden. Getreu dem Leitsatz: So viel Raum einplanen wie nötig, aber am besten so wenig wie möglich.

Man kann die Planung und Realisierung eines Reinraumes in vier wesentliche Bauphasen gliedern.

Phase 1: Disposition

Die Vorabplanung erfordert eine konkrete Prozessanalyse, bei der unter anderem folgende Punkte abgeklärt werden sollten: Welche Anforderungen werden an den Reinraum gestellt, was muss geschützt werden, wo entsteht die Kontamination, müssen nebedem Produkt auch die Personen geschützt werden, müssen Richtlinien oder Normen erfüllt werden und Erstellung eines Lastenheftes, in dem die technischen Anforderungen an die Ausrüstung definiert werden.

Phase 2: Entwicklung eines Reinraumkonzeptes

Techniker und Ingenieure erarbeiten anschließend für die in Phase 1 definierten Anforderungen eine individuelle Lösung. Unter Berücksichtigung der Anforderungen an die Reinheitsklasse werden eventuell nötige Schleusen, Wand,- Boden,- und Deckensysteme, die Elektronik und die Klimatechnik geplant.

Phase 3: Durchführung und Inbetriebnahme Der Reinraum wird gebaut, die gesamte Technik überprüft und versuchsweise in Betrieb genommen. Erfüllt der Reinraum alle Anforderungen und Normen, kann die Anlage freigegeben werden.

Phase 4: Fortwährende Überwachung und Wartung

Je nach Anforderung und Norm unterliegt der Reinraum regelmäßiger Überwachungs- und Wartungsintervalle und regelmäßiger, professioneller Reinigung.

Was gehört zur Ausstattung?

Es gibt - je nach Anforderung beziehungsweise laut gesetzlichen Bestimmungen - verschiedene Reinraumklassen und auch hierarchische Bereiche im Reinraum selbst. Die Einteilung der Klassen sind in DIN Richtlinien definiert. Der so genannte Reinstraum ist in der Klasse 10 oder besser.

Die verschiedenen Anforderungskriterien an den Reinraum richten sich nach den jeweiligen individuellen Branchen beziehungsweise Anwendungsbereichen der Nutzer. Generell gilt: Da der Reinraum komplett sauber und steril sein muss und Temperatur und Luftfeuchtigkeit stets innerhalb der definierten Parameter liegen Müssen, ist eine spezielle, aufwendige Lüftungstechnik zwingend erforderlich.

Der Mensch ist in der Regel die größte Quelle für Partikel oder andere Verschmutzung. Es gibt spezielle Reinraumbekleidung (Einweg- oder Mehrwegkleidung) die je nach Anforderung aus einem bloßen Labormantel oder einer kompletten Überbekleidung (z.B.: Overall) eventuell mit zusätzlicher Zwischenbekleidung besteht.

Der Zugang zum Reinraum erfolgt über Material- und Personen-Schleusen und Luftduschen. In diesen werden durch eine starke Luftströmung und mit Hilfe von Filtersystemen Partikel aufgewirbelt und dann abgesaugt, damit in den Reinraum keine Verunreinigung von außen gelangt.

Die im Reinraum verwendeten Materialien ? sowohl die Immobilen als auch die mobilen Gegenstände ? müssen folgende Eigenschaften erfüllen: Sie dürfen nur eine geringe Ausgasung haben, müssen eine möglichst glatte, abriebfeste und widerstandsfähige Oberfläche besitzen, müssen gut reinigungsfähig und beständig gegen Desinfektionsmittel sein, sollten Ableitfähigkeit besitzen und eine gute Abriebfestigkeit aufweisen.

Einrichtungsgegenstände wie Stühle und Tische müssen dafür Sorge tragen, dass die entsprechende Reinraumklasse eingehalten wird. Gerade im Reinraum, in dem oft geringe Platzverhältnisse herrschen und in dem sich häufig mehrere Mitarbeiter einen Stuhl teilen, ist es wichtig die richtigen Arbeitsstühle, die auch alle gesetzlichen Anforderungen erfüllen, bereitzustellen.



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