Bimos Magazin - Gesundheitsbeschwerden am Arbeitsplatz: Nackenschmerzen

Gesundheitsbeschwerden am Arbeitsplatz: Nackenschmerzen

Jeder hatte sie mit Sicherheit schon einmal: Nackenschmerzen. Eine falsche Bewegung und der Schmerz schießt durch das Genick. Dies ist kein angenehmer Zustand. Genickschmerzen sind ein Teil der Gesundheitsbeschwerden am Arbeitsplatz von Industriemitarbeitern. Eine hohe Zahl der Mitarbeiter aus dieser Branche klagt über gesundheitliche Probleme, die durch ihre Arbeit verursacht werden. Diese Situation ist nicht zeitgemäß, denn gesunde Arbeitsbedingungen zählen zu den wichtigsten Faktoren für die Mitarbeiterzufriedenheit. Darum möchten wir in der Reihe "Gesundheitsbeschwerden am Arbeitsplatz: Ursache, Symptome, Lösungen" körperliche Belastungen bei der Arbeit, ihre Folgen und mögliche Lösungsansätze unter die Lupe nehmen. In diesem Beitrag widmen wir uns dem Thema Nackenschmerzen. Über Rückenschmerzen erfahren Sie im ersten Teil der Reihe mehr.


Genickschmerzen am Arbeitsplatz in der Industrie


Nackenschmerzen gehören wohl zu den unangenehmsten Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates, denn das Genick balanciert den Kopf aus. Beinahe jede Bewegung wirkt sich auf den Nacken aus. Ob Laufen, Stehen, Gehen oder nur das Verlagern des Gewichtes von einem Bein auf das andere: Das Genick gleicht die Bewegungen aus, um den Kopf gerade zu halten. Die Muskeln in diesem Bereich sind ständig im Einsatz. Der Schmerz im Nacken ist darum besonders präsent und schlägt sich auf die Produktivität des Mitarbeiters nieder. Während Büromitarbeiter häufig trotz Schmerzen im Nacken ihre Arbeit aufnehmen, betreffen Arbeitsausfälle aufgrund von Genickschmerzen häufig Industriemitarbeiter, denn sie sind in ihrer Bewegung stark eingeschränkt und können deshalb nur Tätigkeiten ausführen, die ohne viel Bewegung erledigt werden können. Diese Arbeiten sind jedoch nur ein Teil der Aufgaben von Industriemitarbeitern. Darum zählen neben Rückenschmerzen auch Genickschmerzen zu den häufigsten Gründen für Arbeitsausfälle bei Industriemitarbeitern.

Ein schmerzender Nacken ist nicht nur unangenehm. Er kann auch zu weiteren Symptomen wie Kopfschmerzen, Schulterschmerzen, Kieferprobleme, Schwindel und Konzentrationsschwäche führen. Daraus ergeben sich erhebliche Einschränkungen, die sich auf die Qualität und Effizienz der Arbeit niederschlagen. Gesundheitliche Beschwerden am Arbeitsplatz sollten darum und für das Wohl des Mitarbeiters in keinem Unternehmen auf taube Ohren stoßen. Ein gesunder Mitarbeiter, ist ein zufriedener Mitarbeiter, der gerne Leistung erbringt und sich mit dem Unternehmen identifizieren kann. Der erste Schritt zur Besserung von Beschwerden ist die Ursachenforschung.


Nackenschmerzen am Industriearbeitsplatz - häufige Ursachen


Industriearbeitsplätze werden immer technischer und oft arbeiten Industriemitarbeiter an Bildschirmen oder an Bedienelementen für Maschinen. Ob im Stehen oder im Sitzen: Bei solchen Arbeiten kommt es häufig zu einer statischen Haltung, die über Stunden hinweg kaum verändert wird. Treten Fehlbelastungen oder Stress dazu, lässt der Nackenschmerz nicht lange auf sich warten. Auch Überlastungen durch schwere körperliche Arbeit können Nackenschmerzen auslösen.

Beide Varianten überfordern die Muskeln im Bereich des Rückens, des Nackens und der Schultern. Denn starres Sitzen ohne viel Bewegung und auch eine Überbeanspruchung der Muskeln durch schwere Arbeit sind eher unnatürlich und enden in hartnäckigen Verspannungen. Verkürzungen und Verhärtungen der Muskeln sind die Folgen. Tritt nun Stress hinzu, wird der betroffene Mitarbeiter sensibler und es entwickeln sich zusätzlich psychische Belastungen, die wiederum für größere Verspannung sorgt. Der Teufelskreis geht noch weiter, denn Schmerzen ziehen Fehlhaltungen nach sich, die die Muskeln auf Dauer weiterhin überfordern. Weiterer Schmerz ist unvermeidbar. Genickschmerzen können zu einem Aufschaukeln der Symptome führen. Am Ende der Spirale stehen zum Beispiel Panikattacken, Depressionen und vor allem ein Arzt, der nur noch schwer feststellen kann, wo das ursprüngliche Problem liegt.

Können die vorangegangenen Ursachen ausgeschlossen werden, muss der Arbeitsbereich genau überprüft werden. Kommt es an einer bestimmten Stelle zu Zugluft? Diese kann kaum bemerkt werden, aber für den Nacken gravierende Folgen haben. Ist auch dies nicht der Fall, ist ein Besuch beim Arzt unumgänglich, dann auch Entzündungen, Rheuma oder Infektionen können die Ursache für Nackenschmerzen sein.


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Nackenschmerzen am Industriearbeitsplatz – Lösungen


Treten Genickschmerzen am Arbeitsplatz auf, gilt es also schnell zu handeln, bevor der Teufelskreis seinen Lauf nimmt. Häufig wirken sich eine ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes und die richtige Haltung so positiv auf den Mitarbeiter aus, dass Nackenschmerzen schnell verschwinden. Sind die Nackenschmerzen ein Stress-Symptom, ist es mit einer Umgestaltung natürlich nicht getan. Hier müssen zusätzlich die Arbeitsabläufe und das Arbeitspensum optimiert werden. Klagen Mitarbeiter trotz ergonomischer Arbeitsplätze über Schmerzen im Nacken, kann eine Rückenschule dabei helfen, das richtige Verhalten zur Schonung des Rückens und des Genicks anzutrainieren. Denn falsches Sitzen oder Stehen führt zu Verspannungen und schmerzenden Muskeln. Auch die Armhaltung beeinflusst den Bereich des Nackens. Sind Tisch und Stuhl falsch eingestellt, kommt es zu einer unnatürlichen Armhaltung und wiederum zur Überlastung der Muskeln. Richtiges Sitzen und Stehen ist also ein wichtiger Schritt zur schmerzfreien Arbeit.

Außerdem führt Bewegung zum Lösen der Verspannungen. Bei Arbeiten mit starrer Haltung ist es ratsam, den Arbeitsplatz mehrmals am Tag zu verlassen und sich ein kurzes Vertreten der Beine zu erlauben. Treten häufig Probleme mit Verspannungen im Nacken auf, kann diese Pause für kleine Übungen genutzt werden, um die Muskulatur im Nacken zu lockern. Schulterkreisen, Schulterheben, Dehnungsübungen und eine Mobilisierung der Halswirbelsäule durch behutsames Drehen des Kopfes nach rechts und links können die Muskeln bereits lösen und sorgen für Entspannung.

Um langfristig gegen Nackenschmerzen vorzugehen, kann ein ergonomisch eingerichteter Arbeitsplatz bereits helfen. Zusätzlich empfiehlt sich Bewegung, wenn der Mitarbeiter sonst eher wenig aktiv ist. Ist er sehr sportlich, kann auch eine Reduktion des Trainings Verspannungen vermeiden. Zur Entspannung der Muskeln eignet sich Ausdauersport oder Yoga. Sind die Verspannungen gelöst, beugt die Kräftigung der betroffenen Muskelgruppen weiteren Schmerzen vor. Rückensport oder entsprechende Übungen im Fitnessstudio können dabei helfen.


Schmerzfreier Nacken führt zu optimal genutzter Arbeitszeit


Genickschmerzen am Arbeitsplatz sind keine seltenen Beschwerden und können zu einem unangenehmen Teufelskreis aus Fehlhaltungen und Verspannungen führen. Sie sollten ernstgenommen und behandelt werden. Sind sie verschwunden, geht es an die Prophylaxe. Ergonomische Sitzmöbel, Stehhilfen und höhenverstellbare Tische helfen dabei, Nackenbeschwerden vorzubeugen. Ausreichend Bewegung lockert die Muskeln im Nackenbereich und verringert Verspannungen.

Müssen Mitarbeiter nicht mit Nackenschmerzen am Arbeitsplatz leben, nutzen sie ihre Arbeitszeit effektiver. Die Arbeit wird genauer, schneller und in hoher Qualität erledigt, wenn keine körperlichen Beschwerden die Bewegungen des Mitarbeiters beeinträchtigen. Auch krankheitsbedingte Ausfälle, die Gefahr des Verschleißes und des kompletten Ausfalls des Mitarbeiters wird geringer, wenn die Gesunderhaltung am Arbeitsplatz zu einem wichtigen Thema im Unternehmen wird.

Möchten Sie die Arbeitsplätze in Ihrem Unternehmen ergonomisch gestalten, um Gesundheitsbeschwerden am Arbeitsplatz zu beseitigen oder vorzubeugen? Kontaktieren Sie uns, wir beraten Sie gern und stehen Ihnen bei Ihrem Projekt zur Seite.


Haben Sie Fragen zur ergonomischen Gestaltung von Industriearbeitsplätzen oder wie Nackenschmerzen vermieden werden können? Wir beraten Sie gern und stehen Ihnen unterstützend zur Seite. Kontaktieren Sie uns einfach!


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